Das Laken
von Andre Bester aus dem Buch "Tausend Masken"

Das Laken des Bettes, es liegt stumm, es liegt leer,
nur mein lebloser Abdruck, versandetes Meer.
Diese Zeit, ach Lamento, wo süße Lust in Schweiß,
Herz und Schoß uns tränkte.

Diese Zeit, ach Lamento, Tumulte der Liebe,
die Glut uns in Körper und Laken versenkte.
Da strömte Eros Evas Parfüm aus den Poren,
wir waren vereint, vereint und verloren.

Diese Zeit, ach Lamento, ein versandetes Meer,
Das Laken des Bettes, es liegt kalt, es liegt leer.
Dein Verlocken und Necken, das atmet nicht mehr,
das atmet nicht mehr.
Das Laken der Liebe, es trägt unsere Liebe schon lange nicht mehr.

Das Laken des Bettes, es liegt stumm, es liegt leer,
es trägt unsere Liebe schon lange nicht mehr.
Und hat es einst unsere Lust fest umschlungen,
dies Lied hier ist mir nur aus Ferne erklungen.

In Schweiß, Herz und Schoß wir uns tränkten,
in Laune, Lachen und Laken uns versenkten.
Da quietschte das Bett wilden Takt vor Vergnügen,
diese Lust ist verflossen, da hilft kein Belügen.

Das Laken des Bettes, es liegt kalt, es liegt leer,
diese Zeit, ach Lamento, ein versandetes Meer.
Dein Verlocken und Necken, das atmet nicht mehr,
das atmet nicht mehr.

Das Laken der Liebe, es liegt stumm, es liegt leer,
es hält unsere Liebe schon lange nicht mehr.

Andre Bester


 

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