Für Birgit
Carola Güldner

zweitausend worte wüstensand
wie ein wachturm ragt mein schicksal
aus den leidenschaften
magersüchtig
der mond, der mich betritt.
mehr als zweitausend worte riskierte ich
doch lauerten dunkelgefleckte schakale
der ganze clan, eine herde abschied
wußte um meine nackte neugier.
scarabäusfarben und siebenzackig besternt
schnitzt hoffnung ihre namen ins kerbholz,
in gegerbte häute.
samt meinem tapferen lächeln wage ich mich
in den wüstensturm deiner sandigen worte.
zweitausend jahre zeit rechnung
die nicht mehr wert ist als falsche wimpern.
liebe sei eine mathematische formel
liebe ist immer, beharrte sie, und ist
nicht zu widerlegen, las ich unter
deinen zweitausend worten wüstensand.
dort verbarg sich leidenschaft
wie ein grashalm in manhattan.
wie also erreiche ich dich ?
zweitausend worte, streng zurückgekämmt,
angst knirscht nur, wo die zähne der zeit
unsre münder statt der küsse bewohnen.
ich glaubte mein leben sicher unter
der tarnkappe von zweitausend worten
dann aber durchrieselte mich ein einziges gefühl.
worauf also sollen wir uns einigen?
im ganzen ornat meiner sinne verließ ich
den elfenbeinturm, das beige denken und die kluft
der liebe füllte sich mit zweitausend
worten wüstensand. das geschenk deines stürmischen mundes
liest sich beinah wie eine spur, die geschichte unsrer begegnung, darüber
schicken die winde, die gezeiten
zweitausend worte wüstensand.

Carola Güldner


 

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