Amselfeld
von Josef Hirschböck

auf dem amselfeld
liegen still die vielen,
die man nicht gefragt,
deren namen schon
zuvor verloren waren.

sie sind tot, gehackte leiber,
ein letztes stöhnen für den wind,
der es in ferne häuser trägt.

zum ungezählten mal
ertürmt sich satt und groß
in wunde himmel
gevatter krieg;

ruht, zufrieden
mit dem tagewerk,
auf einem thron
aus tod und trauer.

kaltgewahnt und irrgelichtet,
sucht sein auge schon
die nächste schlacht.

bald wird er dorthin
weiterziehen, durch
alle zeit und alle länder,
und sich erinnernd,
daß es ihm hier gefallen hat,
eines tages wiederkehren.

3.5. - 4.5. 99

Josef Hirschböck


 

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