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Leona Naess

Comatised

[ MCA Records - 2000 ]

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Gerade einmal 24 Jahre alt, liefert die englische Sängerin und Songschreiberin, Leona Naess, mit ihrem Album, ”Comatised” ein beachtenswertes Erstlingswerk ab, das schon durch seine Intensität Beachtung verdient. Mit einem feinsinnigen, fast schon avantgardistischen Pop-Sound vereint Naess Debüt nachdenkliche Momente, Melancholie, aber auch Lebenslust und kreiert somit ein einzigartiges Album, das sehr powervoll und wunderschön ist.

”Menschen, die keine Leidenschaft entwickeln können tun mir leid ”, sagt Leona Naess. Bereits mit 14 Jahren entwickelte Leona eine grosse Leidenschaft für Musik. Tagsüber verbrachte Leona ihre Zeit mit der Schulband, abends schrieb sie eigene Songs. Durch ihr aussergewöhnliches musikalisches Talent nahm sie in ihrer Grossfamilie schnell eine Sonderstellung ein. ”Die gleiche Aufmerksamkeit hätte ich wahrscheinlich auch durch rebellisches Verhalten bekommen, aber die Musik gab mir eine ganz andere, positive Identität.” Mit 17 begegnete ihr ein Freund, der Kontakte zur Musikszene hatte. So konnte Leona in einem professionellen Studio mit ihren Songs herumexperimentieren und schon bald entwickelte sie einen Sound, der ihre Liebe für englische Bands wie Joy Division oder The Cure mit Einflüssen wie Tracy Chapman oder Joni Mitchell wiedergab. Sie fing ausserdem an, Melodien zu schreiben, die sie stark an die David Bowie- oder Supertramp-Platten ihrer Mutter erinnerten. Sie schien ihren eigenen Stil gefunden zu haben und von da an war klar, dass Musik das ist, was sie machen will.

Mit 18 Jahren zog Leona nach New York um an der New York University Musik und Anthropologie zu studieren – mit im Gepäck ihre Gitarre und ein Stapel Demo-Tapes. Unterstützt von Freunden und einem Bekannten aus der Musikbranche, begann Leona Naess recht bald in den bekannten New Yorker Musikclubs, wie dem ”Bitter End”, ”CB’s Gallery” oder dem ”Sine”, aufzutreten. Dort erweckten Leonas intensive Songs und ihre wunderschöne Stimme die Aufmerksamkeit der Fans, aber auch die verschiedener Plattenfirmen. 1998 unterzeichnete sie bei Outpost Recordings und begann mit den Aufnahmen für ihr Debüt-Album unter der Regie der Produzenten Tommy D (Catatonia) und des legendären Scott Litt (REM, Days Of The New, Liz Phair).

Bei ”Comatised” wird ziemlich schnell klar, dass es sich bei Leona um ein Ausnahmetalent handelt. Die mit Streichern unterlegten Retro-Casio-Drums des ersten Tracks ”Lazy Days” bilden den passenden Rahmen zu Leonas kraftvollen Gesang. In dem Song geht es um einen tristen Tag in einem Hotelzimmer, der einzige Lichtblick ist das chinesische Essen, das bestellt wird. Der Up-tempo-Song ”Charm Attack” zeigt wieder, das Leona auch anders kann. Melancholische Songs (”Chosen Family” und ”Paper Thin”) werden abgelöst von powervollen Liedern, wie dem Titeltrack ”Comatised”.

”Meine Produzenten waren allen Ideen gegenüber sehr offen”, berichtet Naess. ”Wir haben einige ausgefallene Instrumente benutzt und Streicher, die sehr avantgardistisch spielen. Trotz allem haben wir darauf geachtet, dass der Rhythmus dominiert und die Beats eingängig sind, denn das ist das erste, was sich einprägt bevor man überhaupt auf die Texte achten kann.” Alles in allem ist mit ”Comatised” ein in sich schlüssiges Album enstanden – rauhe Gitarren, leises Piano, poppige Blasinstrumente und funkige Loops bilden den passenden Rahmen zu Leonas Gesang und erwecken ihre lyrischen Portraits zu Leben.

Mit der Veröffentlichung von ”Comatised” legt Leona Naess mit ziemlicher Sicherheit den Grundstein zu einer grossen Karriere. Ihre Fähigkeit, feinsinnige Songs mit anspruchsvollen Texten und einer schrägen Produktion zu kombinieren, lässt sie in die Liga jener Songschreiber aufsteigen, deren Texte so gerne zitiert und in Magazinen wiedergegeben werden. Es kommt selten vor, dass eine so junge Künstlerin die Begabung hat, die Zuhörer komplett in ihren Bann zu ziehen und an ihrer emotionalen Welt teilhaben zu lassen. Mit ”Comatised” gelang Leona Naess ein Debüt, das gleichermassen reif, selbstbewusst und stark ist.

Quelle: © Gastbeitrag von voll:kontakt, Hamburg

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